Sprache als Schlüssel zur gemeinsamen Identität
Bereits kurz nach der Staatsgründung Israels im Jahr 1948 wurde das sogenannte Ulpan-System ins Leben gerufen – ein intensives Sprachlernprogramm, das weit mehr war als nur Unterricht.
Der junge jüdische Staat sah sich damals mit einer beispiellosen Welle von Zuwanderung konfrontiert: Überlebende der Shoah aus dem zerstörten Europa, Geflüchtete aus dem Nahen Osten und Nordafrika, Jüdinnen und Juden aus aller Welt – sie alle kamen mit unterschiedlichen Sprachen, Traditionen und kulturellen Prägungen.
Was sie verband, war das Judentum – doch was ihnen fehlte, war eine gemeinsame Sprache.
Hier setzte das Ulpan an: Durch das gemeinsame Erlernen des Hebräischen entstand nicht nur Verständigung, sondern ein tiefes Gefühl von Zusammenhalt.
Hebräisch wurde zum Fundament einer neuen, gemeinsamen jüdischen Identität – getragen von Vielfalt, geprägt von Gemeinsamkeit.
Bis heute ist das Ulpan-Prinzip Ausdruck dessen, was Sprache leisten kann: Brücken bauen, Integration ermöglichen, Identität stiften.


